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Die Zubereitung eines typischen Cappuccino – ein Kaffeegenuss mit italienischer Lebensart

Urheber: Hoda Bogdan

Ein Espresso mit heißer Milch, dazu noch heißer Milchschaum. Auf dem ersten Blick klingt die Zubereitung eines Cappuccino kinderleicht. Aber nicht nur jeder Barista weiß, dass hinter diesem Ars-Vivendi-Getränk viel mehr steckt. Und die richtige Zubereitung eine Wissenschaft für sich ist.

Was macht einen „richtigen“ Cappuccino wirklich aus?

Ein richtiger Italiener, der dieses Kaffeegetränk übrigens nur zum Frühstück (oder spätestens bis vor dem Mittagessen) trinkt, wird auf diese profane Frage antworten: „Einen Cappuccino kann man nicht beschreiben, man muss ihn erleben. Denn er ist einzigartig.“ Ebenfalls geschätzt wird der Cappuccino auch in Deutschland, wo mindestens seit Anfang der 2000er Jahre das Heißgetränk von circa 20 Prozent der Bevölkerung einmal pro Woche getrunken wird.

Warum Österreich als eigentliches Mutterland des Cappuccino gelten kann

Ebenfalls sehr beliebt – aber nicht auf seine Art so konkurrenzlos wie in Deutschland oder im (vermeintlichen) Mutterland Italien – ist die Kaffeespezialität in Österreich: Hier ist er auch sehr beliebt, aber ihm mindestens gleichberechtigt gegenüber steht der Kapuziner; der kleine Mokka mit wenigen Tropfen Schlagobers (dabei handelt es sich aber um keinen Wiener Melange). Nicht verwunderlich, denn aus dieser Erfindung der Wiener Kaffeehauskultur ist in Italien der Cappuccino entstanden.

Die Zubereitung eines einfachen Cappuccino ist einfach

Wie schon anfangs erwähnt: Im Prinzip klingt die Zubereitung des koffeinhaltigen Klassikers recht simpel – Tassen vorwärmen. Espresso zubereiten und in die vorgewärmte Tasse füllen. Die richtige Milch auswählen und den Milchschaum zubereiten. Milch und Milchschaum hinzufügen, nach Geschmack z.B. noch mit Zucker oder Kakaopulver verfeinern. Ein italienischer Barista würde dieses Cappuccino-Rezept   aber wahrscheinlich nur stirnrunzelnd belächeln …

Die Geheimnisse des italienischen Cappuccino-Rezepts

Ein richtiger, italienischer Cappuccino besteht nämlich unbedingt aus 25 bis 30 Millilitern Espresso als Basis. Serviert und getrunken wird er in einer Tasse, die in etwa 120 bis 180 ml fasst, wobei der „Cappu“ zunächst zügig mit halbflüssigem und cremigen Milchschaum aufgegossen wird, bis die Tasse fast gefüllt ist.

Fast schon eine Glaubensfrage: Die Wahl der richtigen Milch

Welche Milch ist die beste für einen richtig guten Cappuccino? Bei dieser Frage sind die Meinungen ebenso breit gefächert wie die Geschmäcker. Das ist auch gar nicht, denn sowohl Vollmilch als auch fettarme oder laktosefreie Milch lassen sich gut aufschäumen und sind damit für einen richtig leckeren Cappuccino bestens geeignet.

Laktosefreie Milch kann den Zucker überflüssig machen

Geheimtipp für alle, die ihren Cappuccino etwas süßer mögen, aber dennoch auf Zucker oder Süßstoff verzichten wollen: Auch laktosefreie Milch ist sehr gut zum Aufschäumen geeignet. Je intensiver Du sie aufschäumst, desto süßer wird ihr Geschmack. Eine einfache Art, um auf Zucker beim Cappuccino zu verzichten.

Warum der Nährwert der Milch aus vielen Gründen wichtig ist

Mandel- und Kokosmilch sind zwar sehr lecker, lassen sich aber nicht gut aufschäumen und sind damit für Deinen Cappu nicht geeignet. Allgemein gilt die Faustregel: Je höher der Eiweißanteil, desto cremiger und stabiler ist der Milchschaum. Es lohnt sich also nicht nur im Hinblick auf die Gesundheit einen Blick auf die Nährwerte zu legen.

Das ewige Problem mit dem Fettgehalt

Beim Thema Fett gilt auch hier: Wenn Du Dich für die fettarme Variante entscheidest, musst Du Einbußen beim Geschmack hinnehmen. Die wie bei sehr vielen anderen Lebensmitteln auch, ist Fett bei der Milch ein wichtiger Aromaträger und somit Geschmackslieferant.

Apropos schlanke Linie: Wie viele Kalorien enthält ein Cappuccino?

Grundsätzlich sind Cappuccino, Espresso, Latte Macchiato und Co. „gute“ Getränke: Bei vernünftigem Konsum überwiegen die positiven gesundheitlichen Wirklungen gegenüber den schädlichen. Und eigentlich hat Kaffee auch recht wenige Kalorien.

Eigentlich? Genau, denn vor allem in den kleinen Zugaben zum Kaffee, wie Zucker und Milch, lauern viele Kalorien. Der durchschnittliche Kaloriengehalt einiger bekannter und beliebter Kaffeegetränke im Überblick:

  • Cappuccino mit Milchschaum: 43,0 kcal
  • Latte Macchiato: 50,0 kcal
  • Espresso: 4,0 kcal
  • Bohnen-Kaffee gebrüht: 2,3 kcal
  • Kaffee mit Kondensmilch und Zucker: 14,0 kcal
  • Kaffee mit Milch 1,5% Fettgehalt: 20 kcal

Mit welcher Bohnenmischung mache ich den besten Cappuccino?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung erhältst Du den besten Cappuccino nicht mit einer reinen Arabica-Mischung. Ein guter Barista wird die eine Mischung aus 60 Prozent Arabica- und 40 Prozent Robusta-Kaffe für den typischen italienischen Geschmack empfehlen. Natürlich lässt sich hier streiten, was „typisch italienisch“ bedeutet: Die Cappuccino-Liebhaber im Norden Italiens schätzen eher einen geringen Anteil an Robusta-Bohnen, obwohl diese übrigens für ein Mehr an Crema sorgen.

So einfach wird die Milch für den Cappuccino richtig aufgeschäumt

Auch für den richtigen Milchschaum gelten strenge Regeln: So darf die Milch beim Aufschäumen auf keine Fall über 70 °C erhitzt werden. Ansonsten würde der Schaum eine zu feste Konsistenz annehmen. Und Dein selbstgemachter Cappuccino könnte schnell den störenden Geschmack gekochter Milch annehmen. Beim Eingießen des Milchschaums setzt sich die braune Crema des Espressos oberhalb des Schaums ab und gibt dem Cappuccino sein charakteristisches Aussehen.

Ein einfacher Trick sorgt für den typisch italienischen Milchschaum

Außerhalb Italiens ist noch immer ein großer Irrtum weit verbreitet: Guter Milchschaum zeichnet sich vor allem durch eine möglichst schaumige, aber feste Konsistenz aus. Bei der original italienischen Zubereitung eines Cappuccino ist der Milchschaum bei Eingießen noch flüssig. Der Schaum ist hier frei von erkennbaren Luftbläschen und gleicht in seiner Konsistenz etwa halb geschlagener Sahne. Der Trick: Einfach die Milch nur kurz „anschäumen“, schon kann der italienische Cappu auf typisch italienische Art serviert werden!

Die richtige Tasse für den perfekten Cappuccino

Glas oder Porzellan? Auch das ist bei vielen Liebhabern von Cappuccino eine Glaubensfrage. Aus welchem Material die Tasse für Deinen Cappuccino auch besteht, wichtig sind diese Voraussetzungen: Damit du den Milchschaum optimal unter die Crema bekommst, sollte die Tasse nach oben hin breiter werden. Am besten weist die Tasse zudem eine Fassungsvermögen zwischen 140 und ca. 200 ml auf und ist etwas, aber dennoch spürbar schwerer als eine „normale“ Kaffeetasse. Aber das Wichtigste ist und bleibt: Nimm Dir Zeit und lass Dir Deinen Cappuccino schmecken!


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